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Der Praxisbetrieb wird während der Corona-Pandemie normal aufrechterhalten. Auf die Begrüßung durch Handschlag wird verzichtet. Wenn Sie sich damit sicherer fühlen, dürfen Sie die Türklinken gerne mit Taschentüchern anfassen.

Sollte Ausgangssperre gelten, so sind Arztbesuche davon ausgenommen. Wenn Sie selbst infiziert sind und unter Quarantäne stehen, können Sitzungen auch telefonisch oder per Videotelefonie abgehalten werden.

Hier noch ein paar Überlegungen zur Verhältnismäßigkeit (Stand 20.03.2020): In Mitteleuropa stirbt jedes Jahr etwa jeder achzigste Mensch. In Deutschland sind das daher etwa eine Million (genau genommen sind es derzeit ca. 930.000, aber mir geht es hier nur um die Größenordnung).

Die Infektion mit dem Covid-19-virus hat in Mitteleuropa nach aktuellen Schätzungen eine Sterblichkeit von etwa 0,5% (über alle Altersgruppen). Wenn sich 2020 40 Millionen Deutsche infizieren würden (was angesichts der politischen Maßnahmen praktisch ausgeschlossen ist), würden 200.000 von ihnen sterben. Das ist etwa die denkbare Obergrenze. Von diesen 200.000 wiederum würden  - ebenfalls sehr konservativ gerechnet, wahrscheinlich sind es deutlich mehr - 150.000 zu der Gruppe der einen Million gehören, die sowieso gestorben wären, nur eben an einem anderen Infekt oder einer sonstigen letzten Ursache. Also vor allem Menschen über 80 und Menschen mit mehreren Vorerkrankungen. Diese Menschen sollte sich man nicht als Corona-Opfer denken, sonst mach man einen Denkfehler. Sie sind einfach “dran”, so wie früher oder später jeder mal dran ist, Sie, ich, jeder. Das bedeutet, dass mindestens 3/4 derer, die an einer Corona-Infektion sterben, überhaupt kein Grund zur Aufregung sind. Tut mir leid, das mal so trocken sagen zu müssen, aber mindestens 3/4 der “Corona-Toten” sind gar keine Corona-Toten, sondern einfach nur Menschen, die dieses Jahr mit Sterben dran sind. Machen Sie sich diesen Denkfehler klar. Er wird in den Medien so gut wie gar nicht erwähnt, weil niemand als so herzlos dastehen möchte, zu sagen “die wären eh gestorben”.

Bleiben noch die geschätzten 50.000, die in diesem worst-case-Szenario an Corona sterben würden, sonst aber dieses Jahr noch nicht gestorben wären - sondern überwiegend in den nächsten Jahren, weil nämlich auch diese Gruppe überwiegend aus alten Menschen besteht. Zusammen mit dieser Gruppe hätten wir dann - pessimistisch gerechnet - 1,05 Millionen Sterbefälle statt einer Million. Das ist eine vorübergehende Zunahme der Sterbefälle von 5%. Die meisten davon wären, wie gesagt, im nächsten oder übernächsten Jahr dran gewesen, so dass in den Folgejahren die Sterbefälle wieder etwas absinken werden.

Von 2014 auf 2015 sind die Sterbefälle in Deutschland beispielsweise um 6,5% gestiegen. Hätten Sie`s gewusst? Hätte es Sie beunruhigt, als Meldung des statistischen Bundesamtes? Nein, sie wussten es nicht, und es hätte Sie auch nicht beunruhigt.

Zusammenfassung: Corona ist kein Grund zur Panik. Es ist allerdings wie eine extrem starke Grippe-Pandemie, es ist also durchaus ein Grund zu ernsthafter Sorge um alte und vorerkrankte Menschen. Vorsichtsmaßnahmen sind daher sinnvoll, aber die Schließung des gesamten Einzelhandels oder gar Ausgangssperren sind überzogene Maßnahmen, und das wird im Nachhinein auch in aller Gründlichkeit diskutiert werden. Im Moment möchte niemand als derjenige dastehen, der Menschenleben auch nur im Entferntesten gegen wirtschaftliche Faktoren oder Freiheitseinschränkungen abwägt. Infolge dessen ist es zu einer Überbietungsdynamik der Absicherung gekommen, die weit, weit über jedes sinnvolle Ziel hinausschießt.

Gestern wurden z.B. Gleitschirmflüge verboten, und der DAV hat von Bergwanderungen abgeraten - beides, um die Rettungsdienste nicht unnötig zu belasten. Da Corona für die Rettungsdienste derzeit überhaupt keine Rolle spielt und auch in Zukunft die Rettungsdienste nicht überlasten wird, sondern höchstens Engpässe bei den Intensivbetten erzeugen wird, und da die Straßen aufgrund der allgemeinen Panik, der Homeofficearbeiter und der Schließung von Einzelhandel, Restaurants, Hotels, Hütten usw. völlig leer sind, so dass es kaum Unfälle gibt, haben sich die Rettungsdienste heute einfach gelangweilt.

Heute (20.03.2020) wurde die Ausgangssperre verkündet, in meinen Augen eine Maßnahme, die jede Verhältnismäßigkeit hinter sich lässt, v.a. angesichts des sehr vorsichtigen Verhaltens des größten Teiles der Bevölkerung. All das wird allerdings nichts daran ändern, dass so ein Virus erst dann aufhört, sich ständig auszubreiten, wenn infolge Durchseuchung oder Impfungen eine Immunität von 50-70% der Bevölkerung erreicht ist. Dieser Zustand wird dieses Jahr wohl kaum erreicht werden.